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Saiten-Liebe - Dennis Hormes

Dennis Hormes steht nicht nur an der Speerspitze der musikalischsten Gitarristen der Gegenwart, er ist obendrein auch einer der coolsten Zeitgenossen. Kein Wunder eigentlich, hat er doch von den charakterstärksten Protagonisten aus Musik, Kunst und Film vor allem gelernt, sich nicht zu verbiegen, sondern er selbst zu sein.

Eine Tugend, die ihn seit seiner Jugend als Gitarrist mehrfach um die Welt geführt hat und durch die er heute vielen Gleichmacher- und Weichzeichnerversuchen erfolgreich standhält.

Kurz vor der niederländischen Grenzstadt Venlo liegt die Kleinstadt Kempen. Wer Dennis Hormes, den Kempener Gitarristen von Weltruf daheim besuchen möchte, sollte sich besser zwei Mal vergewissern, dass er wirklich die Stadt am Niederrhein ansteuert. Mitte der 1990er Jahre, als kaum jemand ein Handy besaß, geschweige denn über einen E-Mail-Account verfügte, hatte Hormes sich mit einem Sänger aus Köln in seiner Heimatstadt verabredet. Der meldete sich irgendwann aus einer Telefonzelle, weil er die genannte Adresse nicht finden konnte, was tatsächlich zu einem hilflosen Unterfangen wurde. Der gute Mann war nämlich sechs Stunden lang durch die halbe Republik Richtung Allgäu gefahren, weil er Kempten als Ortsangabe verstanden hatte. Dass der heute 38-Jährige bereits in frühen Jugendjahren zu Musik-Sessions nach Hause einlud, denen Musiker aus dem ganzen Land folgten, irritiert erst einmal. Betrachtet man allerdings seine außergewöhnliche Vita, wirkt eigentlich gar nichts mehr verwunderlich. Dennis Hormes begann mit 11 Jahren, Gitarre zu spielen. Die Frankfurter Musikmesse besuchte er gemeinsam mit seinem Vater erstmals zwei Jahre später. „Mein Vater spielte zu der Zeit Bass und singt heute noch in seiner Altherren-Beat-Truppe“, erzählt
Dennis Hormes. „Er hörte während meiner Kindheit viel Mother's Finest und Bowie, was dazu führte, dass mein Herz nach wie vor an der Musik der 60's und 70's hängt. Er bot mir seinerzeit an, mir eine E-Gitarre zu kaufen, wenn ich es schaffen würde, bestimmte Stücke spielen zu können. ‚House Of The Rising Sun‘ erlernte ich daraufhin innerhalb von 24 Stunden, deswegen musste er mir schließlich meine ersehnte E-Gitarre kaufen.“ Zwei Musikstücke einer CD, die einem Fachmagazin beigelegt war, konnte er auswendig, als er die nächste Musikmesse mit seinem Vater besuchte. Am Stand von Hughes & Kettner fand Hormes Junior deren damals neue TriAmps, die mit der Magazinbeigabe beworben wurden. Ein paar Minuten später saß er im Testraum des Messestands, um sie mit den Nummern, die er von der CD kannte, auszuprobieren. Das entging den Hughes & Kettner Mitarbeitern ebenso wenig wie dem Komponisten der Stücke. Eine halbe Stunde später stand der blutjunge Hormes auf einer Bühne und spielte über amtliches Gear die beiden daheim gelernten Nummern vor dem kritischen Messepublikum. „Auf der Stelle wurde ich mit 14 Jahren zum jüngsten Endorser von Hughes & Kettner gekürt“, sagt Hormes.

www.dennis-hormes.de